Fünf Tage lang stand Saarbrücken ganz im Zeichen des Tischfußballs: Vom 14. bis 18. Oktober 2026 lief in der Joachim-Deckarm-Halle die Leonhart World Series 2026. Ausrichter war der Deutsche Tischfussballbund (DTFB), sanktioniert wurde das Turnier vom Weltverband ITSF.
Für die Szene ist das kein Turnier wie jedes andere. Der Ausrichter sieht die World Series gleich hinter der WM – und damit unter den wichtigsten Terminen im internationalen Kalender. Hier liest Du, was in Saarbrücken geboten war und wer sich am Ende durchgesetzt hat.
Die Leonhart World Series 2026 im Überblick
Am Ende standen laut Turniersoftware 1.268 Spielerinnen und Spieler an den Tischen (CORAL). Der saarländische Landesverband hatte vorab Teilnehmer aus 44 Nationen gemeldet (saarnews). Die wichtigsten Fakten zum Turnier:
- Termin: 14. bis 18. Oktober 2026 – am Mittwoch die ITSF Gold Finals, ab Donnerstag die World Series
- Ort: Joachim-Deckarm-Halle, Halbergstraße 84, 66121 Saarbrücken
- Ausrichter: Deutscher Tischfussballbund (DTFB), Turnierdirektor Karsten Kuckhoff
- Tische: 143 Leonhart-Kicker
- Umfang: 39 Wettbewerbe mit zusammen 8.348 Spielen
- Teams: 86 National- und Vereinsmannschaften
- Turniersoftware: Anmeldung, Spielpläne und Ergebnisse liefen über CORAL
Gespielt wurde in fast allen denkbaren Kategorien: Einzel, Doppel, Mixed und Classic-Doppel, dazu Senioren Ü50 und Ü63, Junioren von U13 bis U19 sowie eigene Wettbewerbe für Rollstuhlfahrer. Besonders schön: Im Inklusionsdoppel bildeten Spieler im Rollstuhl und Spieler ohne Handicap gemeinsame Teams. Vereinsteams trafen sich außerdem in der ITSF Champions League (Info-Paket).
Beim Preisgeld setzt die World Series auf ein faires Prinzip: Die Startgelder fließen in fast allen Wettbewerben zu 100 Prozent zurück an die Spieler. Nur beim DYP gibt es feste Beträge.


ITSF Gold Finals: Nader und Burmetler holen das Gold
Schon der Auftakt am Mittwoch hatte es in sich. Bei den ITSF Gold Finals, die zum ersten Mal in Saarbrücken stattfanden, kämpften je zwölf Damen und Herren aus der absoluten Weltspitze um Edelmetall: Statt Geldscheinen gab es Gold von Sponsor philoro, zusammen 25.000 Euro schwer.
Bei den Damen sorgte Djamila Nader für deutschen Jubel. Im Finale gegen die US-Amerikanerin Hannah Bufkin lag sie nach zwei Satzgewinnen schon vorn, musste dann aber den Ausgleich hinnehmen. Den Entscheidungssatz holte sie souverän mit 5:2 (ITSF auf YouTube). Bei den Herren ging das Gold nach Österreich an Stefan Burmetler (ITSF auf YouTube).

Herren Einzel: Spredeman schlägt wieder zu
Im Herren Einzel setzte sich Tony Spredeman (USA) durch, Zweiter wurde Justus Aust aus Deutschland. Damit kam es zur gleichen Endplatzierung wie 2024, als Spredeman das Finale ebenfalls gegen Aust gewann (DTFB). Platz drei ging an Gold-Finals-Sieger Stefan Burmetler.
Damen Einzel: Barbey vor Klass
Den Titel bei den Damen holte die Französin Clara Barbey. Michaela Klass wurde starke Zweite, Cindy Da Fonte aus Luxemburg komplettierte das Podium.
Open Doppel: Ein 16-Jähriger schlägt die Weltelite
Die größte Geschichte des Wochenendes schrieb Fabian Honekamp. Der 16-Jährige von der HSG Stralsund gewann mit dem Berliner Frederik von Wysocki das Open Doppel – nicht in der Jugend, sondern gegen die internationale Spitze der Erwachsenen. Das Duo hatte schon bei der WM 2025 in Saragossa die U16-Titel im Doppel und Classic-Doppel abgeräumt (Sundblick).
Das Podium war komplett in deutscher Hand: Manuel Bettighofer und Moritz Schneider wurden Zweite, Benjamin Struth und Marc Stoffel Dritte.
Damen Doppel und Mixed
Im Damen Doppel gewannen Ellen Van Onckelen (Belgien) und Ekaterina Atanasova (Bulgarien) vor Djamila Nader und Sarah Klabunde. Klabunde durfte trotzdem feiern: Im Open Mixed holte sie mit Thomas Haas den Titel – wie schon 2024. Dahinter folgten Hannah Bufkin mit Ruben Heinrich sowie Tony Spredeman mit Blagovesta Hoffmann.

Länderwettbewerbe: Deutsche Damen ganz oben
Im Nations Cup holten die deutschen Damen den Sieg vor der Schweiz und Österreich. Bei den Herren triumphierte Frankreich vor der Schweiz und Luxemburg. Die weiteren Nationenwertungen:
- Senioren: Belgien vor Österreich und der Schweiz
- Rollstuhl: Italien vor Belgien und Deutschland
- Saar Youth Trophy (Junioren-Nationalteams): Deutschland vor Ungarn und Frankreich
In der ITSF League der Vereine siegte das österreichische Team TFC philoro Bundesliga. Mit den Boofken Münster 08 und dem TFC Hülzweiler-Saarwellingen standen zwei deutsche Clubs auf dem Podium – die Saarländer sogar vor heimischem Publikum.
Nachwuchs: Deutschlands Junioren räumen ab
Der deutsche Nachwuchs hat in Saarbrücken gezeigt, dass die Zukunft gesichert ist. Alle vier Einzeltitel der Jugend gingen nach Deutschland:
- U19: Julius Hartmann, der auch das U19-Doppel mit Emad Alhammoud gewann
- U16: Felix Vierlinger
- U13: Finn Schenk
- Juniorinnen U19: Helene Voss
Im U16-Doppel siegten Max Kuntschke und Oskar Hofmann. Den U13-Titel im Doppel holten Otto Necas und John Knox aus Großbritannien, bei den Juniorinnen gewannen Olivia Nguyen (Frankreich) und Nora Bonkowski.
Senioren und Rollstuhl
Im Einzel der Ü50 gab es ein rein deutsches Podium mit Thierry Müller an der Spitze. Müller gewann zusätzlich mit Oktay Mann das Senior Classic. Das Ü50-Doppel ging an Manuel und Porfirio Dias aus Luxemburg, bei den Ü63 dominierte der Niederländer Horst Meisters im Einzel und mit Bernd Baars im Doppel. Die Belgierin Vicky Daelman gewann das Damen-Ü50-Einzel und das Senioren-Mixed mit Andy Coesens.
Bei den Rollstuhlfahrern war Domenico Smario aus Italien der Mann des Turniers: Er siegte im Einzel und mit Paolo De Florio im Doppel. Auch das Inklusionsdoppel blieb in italienischer Hand, hier gewannen Francesco Bonanno und Massimo Caruso.
Alle Endstände findest Du in der Turniersoftware CORAL.
Fazit: Saarbrücken bleibt Kicker-Hauptstadt
Die Leonhart World Series 2026 war ein Turnier für alle: 39 Wettbewerbe und 8.348 Spiele, bei denen Weltstars, Senioren, Rollstuhlfahrer und Nachwuchs gleichermaßen ihre Bühne bekamen. Saarbrücken hat damit 2026 gleich zwei Großereignisse gestemmt – im Winter die Deutsche Meisterschaft, im Oktober die World Series samt Gold Finals.
Aus deutscher Sicht bleibt vor allem der Coup von Fabian Honekamp und Frederik von Wysocki hängen. Dazu kommen Gold für Djamila Nader, der Sieg der Damen-Nationalmannschaft und vier Einzeltitel im Nachwuchs. Ein Wochenende zum Einrahmen.
Du willst selbst auf dem Tisch der Profis trainieren? Gespielt wurde auf Leonhart, so wie schon bei der Deutschen Meisterschaft 2026. Passende Modelle findest Du bei uns unter Leonhart Tischkicker und in der Rubrik Turnier-Tischkicker. Weitere Turnierberichte gibt es im Kicker Sven Blog, zum Beispiel zur Tischkicker-WM 2025 in Saragossa.
